Thea­ter­stück „Der zer­bro­chene Krug“ im Effner

Eine Pre­mière der beson­de­ren Art fand im März in unse­rer Schule statt. Die „Neue Werk­bühne Mün­chen“ führte dort das Thea­ter­stück „Der zer­bro­chene Krug“ von Hein­rich von Kleist auf. Es war der erste Auf­tritt des Ensem­bles bei uns im Haus, dem im Rah­men einer Koope­ra­tion in den nächs­ten fünf Jah­ren jedes Schul­jahr wei­tere Vor­stel­lun­gen fol­gen wer­den. Ermög­licht hat dies der För­der­ver­ein in Abstim­mung mit der Fach­schaft Deutsch. Wir unter­stüt­zen das Pro­jekt finan­zi­ell und orga­ni­sa­to­risch und haben den Weg für eine lang­fris­tige Zusam­men­ar­beit geebnet.

Als pro­fes­sio­nel­les Tour­nee­thea­ter für Schu­len ist das Ensem­ble seit 55 Jah­ren ganz­jäh­rig in Bay­ern unter­wegs und macht Werke, die die Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Deutsch­un­ter­richt lesen, auf der Bühne leben­dig. So auch bei uns im Eff­ner: Für alle Zwölft­kläss­ler wurde die aktu­elle Pflicht­lek­türe für das Abitur an die­sem Mor­gen mit Leben gefüllt. Kleists Thea­ter­stück aus dem Jahr 1808 zählt zu den wich­tigs­ten Wer­ken der deut­schen Lite­ra­tur. Die Hand­lung um die junge Eve und den Rich­ter Adam zeigte, dass das Stück über Macht­miss­brauch und sexu­elle Gewalt bis heute nichts an Aktua­li­tät ver­lo­ren hat.

Bei der Vor­stel­lung des Kleist-Dra­mas im Eff­ner zogen die Schau­spie­ler unsere Schü­le­rin­nen und Schü­ler von der ers­ten bis zur letz­ten Minute in ihren Bann. Und diese durf­ten nach dem Schluss­ap­plaus noch etwas, das im Thea­ter sonst nicht üblich ist: Fra­gen stel­len. „Wie lange haben Sie für die­ses Stück geprobt?“, „Wie ent­ste­hen die Kos­tüme?“, „Warum haben Sie die Rolle des Gerichts­rats Wal­ter mit einer Frau besetzt?“, für diese und andere Fra­gen stand Spiel­lei­ter und Schau­spie­ler Ans­gar Wilk gemein­sam mit sei­nen Schau­spiel-Kol­le­gen Rede und Ant­wort. So gab es am Ende noch einen erzäh­le­ri­schen „Blick hin­ter die Kulissen“.

Viele Thea­ter­gän­ger ken­nen und schät­zen die „Neue Werk­bühne Mün­chen“ vom „Hof­thea­ter Berg­kir­chen“, das das Ensem­ble als eigene Spiel­stätte unter­hält. Auch dort beein­dru­cken die Dar­stel­ler regel­mä­ßig mit einem viel­sei­ti­gen Pro­gramm aus Schau­spiel, Komö­die, Musik‑, Lite­ra­tur- und Jugend­thea­ter. Die „Neue Werk­bühne Mün­chen“ ist Mit­glied im „Deut­schen Büh­nen­ver­ein“ und wird vom Baye­ri­sches Staats­mi­nis­te­rium für Bil­dung und Kul­tus, Wis­sen­schaft und Kunst gefördert.

Wir bedan­ken uns bei allen Spen­de­rin­nen und Spen­dern, die das Pro­jekt erst mög­lich gemacht haben.